Ein Auszug aus dem oben genannten Buch, über das sinnlose Rat-Race der lückenlosen Selbst-Optimierung:
Hier sind wir bei einem Grundproblem des Strebens nach Optimierung angelangt: Nichts ist falsch daran, in einer Sache besser werden zu wollen, im Gegenteil. Problematisch wird es, wenn die Optimierung sich an Vorgaben von außen orientiert, sei es an idealen Karrieremustern im Job, sei es an Vorstellungen, was ein Kind wann zu können habe, sei es das “perfekte Dinner” oder die ideale Ehefrau. Wer sich ständig abstrampelt, um externen Anforderungen zu genügen, der verzettelt sich und übersieht vor lauter Perfektionierung die Dinge, in denen er wirklich gut ist und bei denen sich Optimierung tatsächlich lohnen würde. Es ist wie mit den (…) Turbostudenten (…): Manisch arbeiten sie die Liste vermeintlicher Schlüsselqualifikationen und Erwartungen der Wirtschaft ab. Darüber werden sie nicht nur ununterscheidbar und heben sich nicht mehr aus der Masse der Mitbewerber ab (was ja ursprünglich der Sinn der Optimierung war). Sie verpassen es auch herauszufinden, wo ihre Stärken liegen, mit denen sie wirklich außergewöhnlich und besser als andere sind.