Die Bankenkrise

Heute will ich mal nicht über ein allgemeines Thema sprechen sondern über die Bankenkrise in der wir, trotz sich erholender Aktienkurse, stecken.

Zuerst will ich erklären, für die die es noch nicht mitbekommen haben, wie es dazu gekommen ist. Wie jeder weiß gibt es Schuldverschreibungen. Das sind um es kurz zu fassen bereits gegebene Kredite, die man ankaufen kann. Der Käufer der Schuldverschreibung erhält also damit das Recht die fällige Tilgungs- sowie Zinsraten einzufordern, übernimmt aber auch das Risiko in Falle eines Ausfalles. Schuldverschreibungen können über den Kapitalmarkt gehandelt werden.

Die Schuldverschreibungen waren in diesem Fall Hypothekendarlehen aus den USA, in die viele europäische Banken so wie Hedge Fonds Manager investiert haben. Allerdings wurde bei der Vergabe dieser Kredite, die dann als Schuldverschreibungen weiterverkauft wurden, gefuscht. Es wurde teilweise weder auf ein solides Einkommen noch auf andere Sicherheiten geachtet. Auf diese Weise konnten sich auch Tütenpacker von Wal Mart ein Häusle bauen. Und damit fängt die Krise an.

Durch die leichtsinnige Vergabe von Krediten (leichtsinnig im Sinne von keine Sicherheiten) kommt es zu Ausfällen d.h. unser oben genannter Tütenpacker kann seine Raten nicht mehr zahlen. Die einzige Sicherheit die die Bank hätte, wäre das Haus was sich der Tütenpacker vom Kredit gebaut hat. Die Bank würde aber nur dann keinen erlust machen, wenn der Wert der Immobilie seit dem Kauf witerhin gestiegen ist. Da die Immobilienpreise aber so stark gefallen sind, bekommt der Kreditgeber nur einen Bruchteil des Geldes durch den Verkauf des Hauses zurück. D.h. der Kreditgeber, in diesem Fall der Besitzer der Schuldverschreibungen erhält einen Verlust. Da der Tütenpacker bankrott ist kann der Gläubiger vergeblich auf die Zinszahlungen warten, geschweige denn auf die Tilgung.

Hierbei beißt sich die Katze in den Schwanz! Denn durch die Zwangsversteigerungen werden die Immobilien verhänismäßig günstig versteigert. Folglich sinkt der Immobilienpreis weiter! Das bringt den Gläubigern noch mehr Verluste…

Ich denke es ist klar das hier stark gefuscht wurde. Das sowas eigentlich ob auf rechtliche oder schicksalhafte Weise bestraft werden sollte, ist klar. Aber was macht die EZB und die FED? Sie pumpen Geld in den Markt, d.h. geben den Banken Kredite damit diese weiterhin Kredite geben können! Wie sollen die Banken auf diese Weise lernen.

Man kann es mit einem Kind vergleichen dem man beibringen will mit Geld umzugehen. Er will sein ganzes Taschengeld für den Monat schon am ersten Tag ausgeben? Lassen sie es. Es ist nur wichtig das es bis zum nächsten Monat pleite bleibt, und kein Geld von ihnen bekommt. Denn wenn doch, wird das Kind immer wieder das Geld sofort ausgeben, und nie lernen zu sparen und vernünftig mit Geld umzugehen.

Es ist nichts anderes mit den Banken. Nur die EZB und die FED sind gutgläubige Eltern die glauben das ihre Kinder (die Banken) mit ihrem „Taschengeld“ diesmal vorsichtiger umgehen werden. Die Wirtschaft muss ja schließlich wachsen!

Ob sie so wie sie wächst richtig wächst, sei dahin gestellt.

Als Optimist hoffe ich natürlich auch das die Banken gelernt haben. Verwundert frage ich mich aber, wieso bei so viel Kapital das in den Markt gepumpt wurde, das Thema Inflation vernachlässigt wird?

Um die Augen zu öffnen, hier die Formel (siehe Wikipedia)

Y \cdot P = M \cdot U

Dabei ist M: Geldmenge U: Umlaufgeschwindigkeit des Geldes P: Preisniveau Y: Reale Produktion

An dieser Gleichung kann man erkennen, dass das Preisniveau immer dann steigt, wenn die Geldmenge schneller zunimmt als die Reale Pruduktion (das BIP), da die Umlaufgeschwindigkeit weitgehend konstant ist, was der Fall ist wenn die Zentralbanken Geld in diesen Mengen in den Markt pumpen. Ich will nicht ausschließen, dass ich mich irre oder irgend eine Tatsache übersehen habe. Aber sollte ich Recht haben, und die Wirtschaft nicht explosionsartig wachsen, so wird die Inflation einen kritischen Wert erreichen.

Die Wirtschaft ist und bleibt darwinistisch, was viele Unternehmer die auf ihrem Weg gescheitert sind bestätigen können. Survival of the fittest – only the strongest survive!

Das gilt auch für Banken. Die, mit zu wenig Brain Power um solche Fahrlässigkeiten bei Kreditvergaben zu entdecken, sollten eigentlich sterben.

  1. #1 von Toronto real estate agent am 5 Dezember, 2007 - 12:11 pm

    Ich denke die europäischen Banken und Fondsgesellschaften sollten sich schon damals überlegen, dass sich bei den Hypothekardarlehen meistens um die zweitklassigen Verträgern gehandelt hat. Die amerikanischen Banken haben nämlich anstatt Überprüfung der Bonität zu machen, die Kredite an Leute vergeben, die sich eine Immobilie gar nicht leisten konnten und da ist das Risiko natürlich extrem hoch, dass sie den Kredit nicht bezahlen können. Die Banken haben sich darauf verlassen, dass sie die Verluste, die Ihnen bei solchen Krediten entstehen mit Zwangsversteigerungen decken, was aber jetzt wegen den sinkenden Immobilienpreisen nicht möglich ist.

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