Knigge und Co. – Simplified

Welche Gabel ist für was? Was für einen Wein bestellt man zu Fisch? Wem gebe ich zuerst die Hand; meinem Vorgesetzten oder seiner Gemahlin?

Hunderte von Fragen und mind. genau so viele Bücher und Ansichten gibt es über das Thema Benehmen und Etikette. Auch eine Zusammenfassung würde hier den Rahmen sprengen. Deswegen konzentriere ich mich auf einen, meiner Meinung nach ausschlaggebenden Faktor, der zu oft übersehen oder misachtet wird.

Jeder kennt das Sprichwort: „Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden willst.“

Im christlichen Sinne könnte man sogar sagen: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“ , was in meiner Meinung aber arg zugespitzt wäre.

Jeder kennt die Leute die nach oben hin schleimen, und nach unten, und oft auch zur Seite, treten. Man findet sie überall.

Ein Beispiel: Eine Freundin von mir arbeitet bei einem Cateringservice, der Hotelpersonal bei größeren Anlässen unterstützt. Hierbei handelt es sich größenteils um Hotels die mehrere Hundert Euro pro Nacht verlangen, was sie durch ihre 5 Sterne begründen. Als Kunde erfährt man (für diesen Preis zu erwarten) einen tadelosen Service, höflich und entgegenkommend. Der Umgangston mit der erwähnten Freundin, war aber ein ganz anderer: Herablassend und Unverschämt. – Das Verhalten trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Mitarbeiter behandeln ihre Kunden gut, da diese „Ärger machen könnten“ bzw. sie bei guten Benehmen mit Trinkgeld rechnen können. Kurz: Sie haben Einfluss. Die „mindere“ Aushilfskraft nicht. Doch dieses Denken, nur nett zu denen zu sein, die mir was bringen, ist falsch.

So ziemlich jede Person in unserer Umgebung, könnte eines Tages „nützlich“ sein, weswegen man jeder Person mit Respekt und Freundlichkeit begegnen sollte. Die Sekretärin des Chefs könnte dann doch noch ein Termin für die wichtige Besprechung finden, der Hausmeister findet doch noch das Anlasserkabel, und die Putzfrau hat doch ihren Geldbeutel gefunden.

Das heißt im Klartext: Geben sie JEDEM die Aufmerksamkeit und den Respekt den jeder verdient. Das heißt folglich auch, das sie nicht nur ihrem Chef einen guten Morgen wünschen, sondern auch dem Portier. Seien sie also zu jedem freundlich und höflich (Auch einer Putzfrau kann man mal die Tür aufhalten…). Es kann nur gut für sie sein. Um so mehr Leute sie freundlich (nicht unbedingt sympathisch – den das können wir weniger Beeinflussen) finden, um so besser ist das Licht in dem sie stehen. Und außerdem weiß man ja nie wer morgen „on the top“ ist!

Die beste Möglichkeit, einer Person eindeutig Aufmerksamkeit und Respekt zu widmen, ist, an ihnen interessiert zu sein. Erkundigen sie sich doch wie alt der Sohn der Sekräterin, von dem sie ein Bild auf dem Schreibtisch hat, ist und auf welche Schule er geht. Natürlich soll das ganze kein Verhör werden. Stellen Sie die Fragen bei unterschiedlichen Gelegenheiten.

Wichtig dabei ist nur, dass sie sich merken was die andere Person ihnen erzählt. Wenn sie wissen das der Sohn ins Gymnasium geht, und gerne Fußball spielt, so lässt sich wunderbar daran anknüpfen. Erkundigen sie sich ob G8 für den Zögling auf den Plan steht, oder von welchem Fußballteam er Fan ist. Eine einfache aber nette Geste, den Mütter sind in der Regel stolz, wenn sie von ihren Sprösslingen reden können.

Ein bischen Demut und Besinnung auf die Tatsache, das alle Menschen, unabhängig vom Beruf und Bildung oder sonst was, gleich sind, und sie daher alle verdienen gleich gut behandelt zu werden, ist eigentlich genug um einen Guten Umgang mit Menschen zu pflegen. Wenn alle Leute sie als einen gerechten, freundlichen und höflichen Menschen kennen, dann wird es ihrem Vorgesetzten auch egal sein wem sie zuerst die Hand geben.

, ,

  1. #1 von Pitto am 19 Februar, 2008 - 9:28 pm

    Ich finde Sie haben sehr gut beschrieben wie man anderen Menschen gegenüber auftreten sollte bzw. wie man sie behandeln sollte; zumindest sollte es in der guten Mutterstube gelernt worden sein. Jedoch zweifle ich ob es in der Praxis wirklich funktioniert, denn einige wenn nicht sogar ein großteil meiner Handlungen und Reaktionen würden aus reinem Eigennutz heraus erfolgen. Um Sie zu zitieren: „So ziemlich jede Person in unserer Umgebung könnt eines Tages nützlich sein!“
    Und dieser Egoismus ist das gänzliche Gegenteil von dem von Ihnen eigentlich gemeinten Altruismus( natürlich in abgeschwächter Art&Weise)
    Denn es ist nichts anderes als eine Art Egoismus, es ist heutzutage quasi unmöglich jemanden zu finden, der sich einfach nur aus Lust und guter Laune, von ganzem Herzen und auf Dauer für andere Menschen einsetzt und Verständnis aufbringt.
    In unserer Zeit der Schnelllebigkeit passieren so viele Dinge auf einmal und unerwartet, und zwar oft nicht nur Positives, und alles bedarf sofort einer Lösung oder einer akzeptablen Konsequenz!Man ist viel zu viel mit sich selbst beschäftigt, gerade das macht es so schwer jeden Menschen so zu behandeln wie er es verdient hat!
    Ich finde es klasse wie viel Optimismus, Motivation und Engagement Sie an den Tag legen, und wenn nur ein paar Menschen mehr sich diese Eigenschaften aneigenen würden und sie auch noch so vorbildlich ausleben würden, so hätten wir Grund zur Hoffnung auf eine etwas höflichere und ehrlichere Gesellchaft!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: