Leadership – Angeboren oder Angelernt?

Seit dem Führung und Führungsqualitäten analysiert und diskutiert werden, kommt immer wieder die Frage auf: Wird man zum Leader (Führungspersönlichkeit) geboren oder gemacht?

Einerseits scheint es Korrelationen zu geben, zwischen Herkunft und Erfolg als Führungspersonen. Es ist beispielsweise statistisch bewiesen, dass die Mehrheit der Top-Manager aus Groß-bürgerlichen Haus abstammt.  Daher ist es ja auch naheliegend die Behauptung aufzustellen, dass sich diese Menschen anhand des „Stallgeruchs“ erkennen, und daher nur aus ihren eigenen Reihen rekrutieren und fördern. Wer sich mit dieser Erklärung zufrieden gibt macht es sich aber zu leicht!

Zuallererst will ich darauf eingehen weshalb tatsächlich so viele großbürgerliche Kinder schnell in einflussreiche Positionen gelangen.

1.       Bildung ist nicht kostenlos! Nicht in Deutschland, und auch nicht woanders! Vorausgesetzt die bestausgebildeten Leute kommen in die höheren Positionen, ergibt sich folgendes Szenario: Geld ermöglicht es die Kinder von Anfang an (schon im Kindergarten) optimal zu fördern. Das artet in meinen Augen oft schon in Perversität aus, wenn die Sprösslinge schon im Kindergarten Chinesisch und Englisch lernen. Später dann werden sie auf Gymnasien oder Internate geschickt wo Leistungsschwächen durch das gute Betreuungsverhältnis schnell ausgebessert werden. Schließlich wird ein gewisser Abiturschnitt als Ergebnis der Schulgebühren erwartet. Und wenn der Nachwuchs dann seinen Traumstudienplatz bekommen hat, so kann er sich voll und ganz aufs Studium konzentrieren. Miete und Studiengebühren zahlt der Papa, den Rest seine Kreditkarte. OK ich muss zugeben ich bin zynisch. Vielleicht auch ein bisschen neidisch. Schließlich hätte doch jeder gerne die Gelegenheit so gefördert zu werden. Aber einem „Normalo“ muss es unmöglich erscheinen fachlich eine Besserung Ausbildung zu erlangen, als diese „gedopten“ Kinder. Vielen mag es auch unfair erscheinen. Aber wieso sollten diese wohlhabenderen Eltern nicht die Chance nutzen, dass ihre Kinder intensiver gefördert werden als es bei staatlichen Institutionen der Fall wäre, wenn sie es sich leisten können? Ungerecht ist es also nicht! Auch wenn es schön wäre allen so eine Förderung und Ausbildung zu ermöglichen…

2.       Unterschätzt nicht die Macht von Netzwerken. Kontakte sind enorm wichtig für die Karriere. Und Kinder werden in Netzwerke rein geboren. Ein Vorstandsvorsitzender eines großen Konzerns wird beispielsweise sicherlich mehrere persönliche Kontakte haben die er um einen Gefallen bitten könnte, wenn sein Sohn oder Tochter nach einer Praktikumsstelle in einer renommierten Unternehmensberatung sucht. Dadurch entstehen natürlich Rekrutierungs- und Empfehlungssysteme die stark an Vetternwirtschaft erinnern. Aber auch hier: Es ist nur der Lohn für die Anstrengungen die die Eltern unternommen habe ein solches Netzwerk überhaupt erst aufzubauen. Ein „Normalo“ kann natürlich nicht so schnell auf ein solch mächtiges Netzwerk bauen. Hat aber vom Prinzip die gleiche Möglichkeit sich ein solches aufzubauen.

Ich denke damit habe ich deutlich gemacht wie diese Menschen in eine hierarchisch hohe Position kommen, und durch was sie es auch verdient haben. Mit den eigentlichen Führungsqualitäten (Leadership) hat das aber wenig zu tun. Den an denen ist nicht viel angeboren (Sorry…ich bin bisschen vom Thema abgekommen).

Jeder kann sich zu einer guten Führungspersönlichkeit entwickeln. Manchen fällt es leichter, manchen schwerer. Aber jeder könnte es schaffen. In dieser These finde ich übrigens Unterstützung von niemand geringeren als Warren Bennis welcher gesagt hat:

„This myth asserts that people simply either have certain charismatic qualities or not. That’s nonsense; in fact, the opposite is true. Leaders are made rather than born.“

Aber noch bevor man zum Leader gemacht werden kann, bzw. wird, bedarf es einen kleinen Schritt. Was in meinen Augen ganz am Anfang steht auf dem Weg ein Leader zu werden, ist eine Entscheidung. Die Entscheidung führen zu wollen, was heißt zu agieren anstatt zu reagieren. Dieses Verhalten ist auch unter Proaktivität bekannt. Diese Entscheidung ist weitreichender als es anfangs aussieht. Denn das bedeutet nicht nur das zu machen was möglich scheint, sondern Dinge in Angriff nehmen die unmöglich scheinen. Es bedeutet seine Umwelt und Umgebung mit aller Kraft nach den eigenen Bedürfnissen gestalten, anstatt alle Schwierigkeiten aufgrund der Umstände hinzunehmen. Es bedeutet das zu tun was man für richtig erachtet, auch wenn andere spotten oder darüber lachen. Es bedeutet selber Verantwortung zu übernehmen anstatt die anderen machen zu lassen. Diese kleine Entscheidung, so winzig sie auch scheint, hat wenn man sie ernst nimmt, weitreichende Wirkungen auf die eigene Persönlichkeit, die Umwelt und die persönliche Wirkung auf andere. Und allein schon das macht einen gewaltigen Unterschied ob man ein braver Gefolge ist, oder ein Leader der (s)einen Weg geht, und andere mitnimmt.

Natürlich gibt es noch sehr viele andere Faktoren die nützlich sind ein guter Leader zu werden. Und einzig und allein die Entscheidung macht noch keinen guten Leader. Aber es ist der erste Schritt. Ein Fähnchen im Wind kann noch so tolle Visionen entwickeln, nur wenige werden sie teilen.

Ich werde dieses Thema voraussichtlich noch öfter ansprechen. Bis zum nächsten Eintrag könnt Ihr euch Gedanken machen, ob Ihr schon führt oder noch folgt.

Ein Frohes und Erfolgreiches Jahr 2009 wünsche ich euch!

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