Resilienz- Steh auf wenn du am Boden liegst

Geschaffen wurde der Begriff Resilienz in der Physik. Abstammend vom lateinischen resilio (abprallen, zurückspringen) bezeichnet es in der Materialforschung hochelastische Werkstoffe, die nach jeder Verformung ihre ursprüngliche Form wieder annehmen. Verhaltensforscher haben schließlich diesen Begriff auf den Menschen übertragen, als Fähigkeit bzw. psychische Widerstandskraft auf traumatische oder schwerwiegende Erlebnisse zu reagieren und diese zu verarbeiten. D.h. sich von Schicksalsschlägen nicht verbiegen zu lassen sondern an ihnen wachsen. Das Unglück nicht lange beklagen, sondern es als Herausforderung anzunehmen.

Bei der Erforschung dieser Eigenschaft wurde vor allem nach Umweltfaktoren gesucht, die diese Fähigkeit fördern. Dabei schienen besonders stabile Familienbeziehungen, ein lebendiger Freundeskreis sowie Kommunikationsfähigkeit sehr förderlich. Aber Förderung hin oder her; wie widerstandfähig ein Mensch wirklich ist zeigt sich sowieso erst im Ernstfall. Manch einer ist das ganze Leben lang traumatisiert weil der Hund vom Auto überfahren wurde, andere haben Verfolgung und das  KZ überlebt, und führten auch danach ein erfolgreiches Leben (z.B. Viktor Frankl).

Resilienz scheint etwas zu sein was viele große Persönlichkeiten ausgemacht hat. Nelson Mandela beispielsweise. Sein Vater starb als er 9 Jahre alt war, er flüchtete um seiner Zwangsheirat zu entgehen und saß 27 Jahre in Haft. Dennoch ist er bis heute ein sehr aktiver Menschenrechtler. Der adoptierte Steve Jobs wurde aus seiner eigenen Firma Apple rausgeschmissen, machte sich aber erneut erfolreich selbstständig (Pixar Studios, NEXT) und führte nach der Rückkehr zu Apple die Marke zu ihrem aktuellen Kultstatus. Lenin wurde eingesperrt und floh mehrmals ins Exil bevor seine Revolution gelang.

Resilienz ist allerdings nichts angeborenes, sondern viel mehr eine Gewohnheit. Den jeder kann reflektierend feststellen wie man selber mit Krisensituationen umgeht. Es geht dabei auch nicht immer um Extremfälle wie Tot oder Krankheit. Trennung, Streit oder Verlust des Arbeitsplatzes sind ebenso Krisen des Lebens. Aber die Situationen stellen im Grunde die gleichen Herausforderungen. Sich auf eine Veränderung neu einzustellen. Aber woran erkennt man das man wirklich resilient ist? Folgende Anzeichen sind ein Indiz für resiliente Menschen:

1. Gefühlsstabilität: Die Fähigkeit seine eigenen Gefühle zu kontrollieren, und seine Emotionen zu kanalisieren.

2. Optimismus: Wo ein Wille da ein Weg. Nur wer Hoffnung hat dass sich die Dinge zum Guten wenden werden, macht weiter.

3. Analysestärke: Warum ist das passiert? Was kann ich dagegen tun? Was lerne ich daraus?

4. Realismus: Manche Dinge kann man nicht ändern, und geschehen ist geschehen. Viel wichtiger ist doch die Frage: Was jetzt?

5. Handlungskontrolle: Anstatt impulsiv auf den Input zu reagieren, stellt man sich die Frage: „Bringt mich das weiter?“.

6. Selbstbewusstsein: Ich schaff das schon. Irgendwie findet sich eine Lösung. Schließlich macht es mehr Spaß aktiv zu werden und selber zu leben anstatt jammernd in die Opferrolle zu schlüpfen und gelebt zu werden.

7. Kontaktfreude: Schwierigkeiten erledigt man am besten gemeinsam. Freunde und Partnerschaften sind dabei unersetzlich.

Ich persönlich weiß resiliente Menschen sehr zu schätzen. Das liegt wohl daran das ich für diejenigen die ihren Misserfolg auf Umstände und Erlebnisse zurückführen nicht viel übrig hab. Die Einstellung Nietzsches – Was mich nicht umbringt, macht mich stärker – bringt es auf den Punkt. Die Krise, die im menschlichen Leben eher den Normalfall als die Ausnahme ist,  ist da um aus ihr gestärkt rauszugehen. Wer an einer hängen bleibt und vor ihr kapituliert, ist am Ende seiner persönlichen Entwicklung.

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